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Diabetes-TÜV: Mehrwert für DMP-Teilnehmer

Pressemitteilung: Deutsche BKK

Neu ab 01. April in Hessen

Wolfsburg - Deutsche BKK, Hausärzteverband Hessen und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands schließen für Hessen einen Vertrag zur integrierten Versorgung. Inhalt sind Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Folgeschäden des Diabetes an den Augen, Nieren und Füßen. Die seit vier Jahren schon in Niedersachsen bewährten Vorsorgeuntersuchungen ergänzen ab sofort die Disease-Management-Programme (DMP) der Deutschen BKK in Hessen.

Die hohe Akzeptanz des Modells bei den Versicherten und der Ärzteschaft hatten die Deutsche BKK im Jahr 2001, nach Abschluss eines dreijährigen wissenschaftlich begleiteten Modellprojektes in der Stadt Wolfsburg, dazu bewogen, diese Vorsorgeuntersuchungen zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen in ganz Niedersachsen einzuführen. Ab sofort können Versicherte der Deutschen BKK nun auch in Hessen Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Folgeschäden des Diabetes mellitus an den Augen, Nieren und Füßen auf Chipkarte in Anspruch nehmen. Der Hausarzt und der Augenarzt halten die Ergebnisse der Untersuchungen jeweils auf einem speziellen Untersuchungsbogen fest. Grundlage ist ein Vertrag zur integrierten Versorgung zwischen dem Hausärzteverband Hessen, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands und der Deutschen BKK.

Da die Untersuchungen regelmäßig einmal jährlich vorgenommen werden können, hat die Deutsche BKK wegen der Gemeinsamkeiten zum Autocheck den eingängigen Namen "Diabetes-TÜV" für diese Untersuchungen geprägt. Die Deutsche BKK setzt sich bereits seit einigen Jahren für Diabetespatienten ein. Dazu hat sie gemeinsam mit der Ärzteschaft hohe Standards für Behandlung und Schulung erarbeitet. Deshalb ist der Diabetes-TÜV auch eine ideale Ergänzung zu den vom Gesetzgeber ins Leben gerufenen Disease-Management-Programmen, die bei der Deutschen BKK unter dem Namen PlusProgramm angeboten werden.

Das PlusProgramm Diabetes der Deutschen BKK soll von den Erfahrungen das Diabetes-TÜV profitieren. Daher ist die Teilnahme am PlusProgramm Diabetes und am Diabetes-TÜV nur gemeinsam möglich. Mit der Teilnahme an beiden Versorgungsprogrammen erhalten die Versicherten die bestmögliche, wissenschaftlich gesicherte, medizinische Betreuung.

Die Leistungen des Diabetes-TÜV stehen aber auch Versicherten der Deutschen BKK zur Verfügung, die wegen ihrer persönlichen Situation nicht an den Disease-Management-Programmen teilnehmen können (z. B. in Pflegeheimen).

Daneben ist der Diabetes-TÜV auch eine Leistung für Menschen mit Typ-1-Diabetes, für die Disease-Management-Programme derzeit noch in der Entwicklungsphase sind.

Folgende Untersuchungen werden im Rahmen des Diabetes-TÜV zur Früherkennung einmal jährlich durchgeführt, um Folgeerkrankungen an Augen, Beinen, Nieren und anderen Organen möglichst früh zu erkennen bzw. mit einer rechtzeitigen Behandlung Schlimmeres zu verhindern:

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Untersuchungen des Augenhintergrundes

Einmal jährlich sieht sich der Augenarzt den Augenhintergrund (bei weitgetropfter) Pupille an. Das rechtzeitige Erkennen von diabetesbedingten Veränderungen am Augenhintergrund ist wichtig, da einige dieser Folgeschäden sehr gut mit Laseranwendungen behandelt werden und eine weitere Verschlechterung des Sehvermögens aufhalten können.

Fußuntersuchungen

Der Arzt kann mit verschiedenen Untersuchungen feststellen, ob eine diabetesbedingte Nervenschädigung besteht. Mit einer speziellen medizinischen Stimmgabel wird das Vibrationsempfinden am Fuß überprüft. Mit Hilfe eines Nylonfadens (Monofilament) erfolgt eine Untersuchung des Berührungssinns.

Nierenuntersuchung

Einmal jährlich wird in einer Urinprobe die Eiweißausscheidung (Albuminurie) bestimmt. Des Weiteren kann zu einer Nierenfunktionsbestimmung auch eine zusätzliche Blutuntersuchung notwendig sein. Die Untersuchung des Urins auf Eiweißausscheidungen ist derzeit nach den Vorgaben des Gesetzgebers noch nicht in den Disease-Management-Programmen für Menschen mit Typ-2-Diabetes enthalten.

Für Untersuchung und Dokumentation im Rahmen des Diabetes-TÜV erhalten die Hausärzte eine gesonderte Vergütung von der Deutschen BKK. Für die Dokumentation der augenärztlichen Untersuchung und für die Weitergabe des Befundes an den Hausarzt erhält der Augenarzt ebenfalls eine gesonderte Honorierung von der Deutschen BKK. Die Untersuchung selbst erfolgt im Rahmen der vertragsärztlichen Tätigkeit.

Der Diabetes-TÜV verfolgt zwei Ziele zugunsten der Patienten. Zum einen soll die Früherkennung von Folgeschäden und deren rechtzeitige Behandlung gefördert werden, zum anderen sollen die Patienten befähigt werden, mehr Eigenverantwortung für sich und ihre gesundheitliche Situation zu übernehmen. Als persönliche Kontrolle erhalten sie deshalb vom Hausarzt und Augenarzt eine Kopie der patientenfreundlichen Dokumentationsbögen mit den Befunden zum Mitnehmen.

Die aus dem Diabetes-TÜV resultierenden Erkenntnisse über die tatsächliche Versorgungssituation liefern wichtige Informationen zur Planung von weiteren sinnvollen Angeboten für Menschen mit Diabetes. Es ist das erklärte Ziel der Deutschen BKK, die hohen Qualitätsstandards des Diabetes-TÜV mittelfristig in die neuen Disease-Management-Programme des Gesetzgebers zu übertragen.

zuletzt bearbeitet: 20.04.2004 nach oben

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