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Praxisschock mit Gesundheitsreform

Pressemitteilung: "Bündnis Gesundheit 2000"

Das "Bündnis Gesundheit 2000" fürchtet Kommerzialisierung und Qualitätsverlust im Gesundheitswesen

Das GKV-Modernisierungsgesetz startet mit einem Praxisschock. Unklare gesetzliche Bestimmungen verunsichern Patienten und verärgern insbesondere chronisch Kranke. Sie führen dazu, dass Patienten oftmals aus finanziellen Gründen die Behandlung in Frage stellen.

Statt der versprochenen Beitragssenkung und der Qualitätsoffensive sind Nachbesserungen und Aufklärung notwendig geworden, um den Schaden zu begrenzen. Neben der ausufernden Dokumentation in allen Bereichen des Gesundheitswesens ist die Praxisgebühr markantes Beispiel für die zunehmende Bürokratisierung. Notwendiger denn je sind deshalb stabile und verlässliche Rahmenbedingungen für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und kein neuer Reformaktionismus, fordert das "Bündnis Gesundheit 2000", der bundesweite Zusammenschluss der Gesundheitsberufe in Deutschland.

Besorgnis erregend ist für die Berufe im Gesundheitswesen, dass die wirklichen strukturellen Probleme in der aktuellen Diskussion ausgegrenzt werden. Sie führen u. a. zu einem Mangel an Ärzten und an qualifiziertem Personal für die Pflege bis hin zu dem schon sprichwörtlichen Dokumentationswahnsinn, der die Motivation der Beschäftigten zu ersticken droht.

Der Weg in eine weitere Kommerzialisierung ist geebnet. Die Tendenz, billige, unqualifizierte Kräfte einzukaufen, hält unvermindert an; der Ökonomisierungswahn ist ungebrochen. Diese De-Professionalisierung wird auf Dauer zu einer eklatanten Verminderung der Qualität führen, so wie dies im Bereich der Pflege mit nicht ausgebildetem Personal heute schon spürbar ist. Die Konsequenzen dieser Qualitätsminderung sind gerade angesichts der Zunahme älterer pflegebedürftiger Menschen fatal, warnt das "Bündnis Gesundheit 2000".

Gemeinsam mit Politikern wird das Bündnis am 24. März 2004 in einer öffentlichen Veranstaltung die Bedeutung des Gesundheitswesens als Wachstumsmarkt diskutieren.

Im "Bündnis Gesundheit 2000" haben sich 38 Verbände und Organisationen der Gesundheitsberufe zusammengeschlossen, um Perspektiven für eine patientengerechte Gesundheitspolitik aufzuzeigen. Das Bündnis vertritt die 4,1 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen, unter ihnen die Vertreter der Pflegeberufe, Arzthelferinnen, Apotheker, Assistenzberufe, Ärzte, Zahnärzte, Kassenpsychotherapeuten und Heilmittelerbringer.

zuletzt bearbeitet: 30.01.2004 nach oben

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