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Medizinische Klinik testet neues Medikament gegen Diabetes

Neuer Wirkstoff zur Behandlung von Alterszucker

Ein neuartiger Wirkstoff zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Typ-II- oder Altersdiabetes) wird zurzeit in einer großen Studie an Kliniken in Europa und den USA getestet. Die Medizinische Klinik der Uni Würzburg ist an dieser Untersuchung beteiligt und nimmt noch Patienten in die Studie auf. Teilnehmen können Diabetiker, deren Blutzucker trotz Diät oder Behandlung mit einem der bisherigen Medikamente nicht gut eingestellt ist.

Der neue Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten DP-IV-Antagonisten und unterscheidet sich in seiner Wirkungsweise von allen bisherigen Diabetes-Medikamenten, wie die Klinik mitteilt. Ein wesentlicher Vorteil bestehe nach den bisher vorliegenden Untersuchungen darin, dass es bei seiner Anwendung nicht zu Unterzuckerungen und nicht zu einer Gewichtszunahme kommt.

Die Patienten werden an der Uniklinik unter der Leitung von Professor Bruno Allolio drei Monate lang mit dem neuen Medikament behandelt. Dabei sollen die Wirkung auf die Blutzuckereinstellung sowie die Sicherheit und Verträglichkeit geklärt werden. Bei der Studie finden sorgfältige Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Blutzuckereinstellung statt. Weitere Informationen sind unter T. (0931) 201-36459 erhältlich.

In Deutschland ist jeder 15. Einwohner von der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) betroffen. Diese Stoffwechselstörung führt nicht nur zu erhöhten Konzentrationen des Zuckers im Blut, sondern auch zu Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen der Beine, Herzinfarkt und Schlaganfällen. In den Industrieländern ist die Zuckerkrankheit die häufigste Ursache für Erblindung bei Erwachsenen sowie einer der wichtigsten Gründe für Nierenschäden, die eine Dialyse erfordern.

Die meisten Diabetiker leiden am sogenannten Typ-II-Diabetes. Ihr Körper verfügt zumeist noch über Insulinvorräte, die allerdings zur Kontrolle des Blutzuckers oft nicht mehr ausreichen oder in ihrer Wirkung abgeschwächt sind. Durch Gewichtsabnahme und körperliches Training kann die Insulinempfindlichkeit so ansteigen, dass die vorhandenen Reserven eine ausreichende Senkung des Blutzuckers bewirken.

Für viele Patienten mit Typ-II-Diabetes stehen Tabletten zur Verfügung, die den erhöhten Blutzucker senken. Oft wirken die Mittel aber nur eine begrenzte Zeit, danach können zusätzliche Medikamente erforderlich werden. Manche davon begünstigen eine Gewichtszunahme oder - bei einer Überdosierung - das Auftreten von Unterzuckerungen. Daher ist die Suche nach neuen Medikamenten notwendig.

zuletzt bearbeitet: 13.01.2004 nach oben

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