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Gesunde Ernährung tut Not: 2004 ist das Jahr der gesunden Ernährung

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik ruft das Jahr 2004 zum Jahr der gesunden Ernährung aus

Da Fehlernährung immer mehr Kosten und Krankheiten verursacht, ruft die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik das Jahr 2004 zum "Jahr der gesunden Ernährung" aus, erklärt heute Sven-David Müller in Bad Aachen.

Nach Hochrechnung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik verursachen ernährungs(mit)bedingte Krankheiten im kommenden Jahr mindestens 77 Milliarden Euro Kosten. Ein Drittel der Kosten im Gesundheitswesen war schon Anfang der neunziger Jahre auf Fehlernährung zurückzuführen. Es ist davon auszugehen, dass ihr Anteil an den Gesundheitskosten auf wenigstens 35 Prozent angestiegen ist, denn Übergewicht, Diabetes mellitus oder Bluthochdruck nehmen zu, so Müller. Schon jetzt sterben 64,4 Prozent der Bevölkerung direkt oder indirekt an ernährungs(mit)bedingten Krankheiten.

Wir müssen die Menschen zu einer genussvollen aber gesunden Lebens- und Ernährungsweise führen, betont Müller. Gesunde Ernährung bedeutet keinesfalls Verzicht, Zuckerfreiheit oder Fettarmut, so Müller. Studien belegen, dass moderater Zuckerkonsum nicht zu Übergewicht führt. Es ist ein Ernährungsmärchen, dass Zucker Diabetes mellitus verursacht. Bei ausreichender Zahnhygiene und guter Fluoridversorgung führt der Konsum von Zucker noch nicht einmal zu Karies, so Müller weiter.

Die Zeit der Fettarmut ist vorbei, denn neue ernährungsmedizinische Erkenntnisse zeigen, dass der Fettqualität mehr Bedeutung beizumessen ist, als der Fettquantität. Trotzdem sollten gesundheitsbewusste Verbraucher bei tierischen Lebensmitteln fettärmere Fleisch, Wurst, Milch und Käse bevorzugen. Die als Herzinfarktrisiko gescholtenen Hühnereier sind durch die Ernährungswissenschaft inzwischen als gesundes Lebensmittel rehabilitiert, dass durch enthaltenes Lecithin sogar cholesterinspiegelsenkend sein kann, erläutert Müller. Bei den Speisefetten ist eine Kombination aus Rapsöl, Butter oder besser Halbfettbutter sowie Diätmargarine ideal, betont Müller.

Der Kochsalzkonsum in Deutschland ist im Bereich der Empfehlungen und moderate Kochsalzverwendung ist nicht verantwortlich für Bluthochdruck, Osteoporose oder Krebs, räumt die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik mit einem weiteren Ernährungsmärchen auf. Wer ausschließlich fluoridiertes Jodsalz mit Folsäure verwendet, beugt der Karies, dem Kropf, Schäden des Ungeborenen sowie dem Herzinfarkt vor, erläutert Müller. Wer sich gesund ernähren möchte, sollte folgende Hinweise beachten:

  1. Bevorzugung von frischen, saisonalen und regionalen Lebensmitteln
  2. Täglich ein Kilogramm Gemüse, Obst, frisch gepresste Säfte und Pellkartoffeln
  3. Zweimal wöchentlich Seefisch
  4. Ausschließliche Verwendung von fluoridiertem Jodsalz mit Folsäure
  5. Bevorzugung von Vollkornprodukten
  6. Fettarmes Fleisch, fettarme Wurst, teilentrahmte Milchprodukte bevorzugen
  7. Reichlich Mineralwasser, Gemüsesäfte aber wenig Alkohol trinken

Eltern müssen ihren Kindern einen gesunden Lebensstil vorleben und Ernährungserziehung nicht nur vom Staat und der Schule einzufordern, betont Müller. Die diaita-Pyramide des gesunden Lebens, die die Ernährungsexperten der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik entwickelt haben, steht im Mittelpunkt des Jahres der gesunden Ernährung, so Müller weiter. Die Kostensituation im Gesundheitswesen macht eine Hinwendung zu mehr Bewegung, eine Abkehr vom sitzenden Lebensstil, mehr Entspannung und ausreichend Schlaf sowie eine gesündere pflanzenbetonte Ernährungsweise erforderlich, erklärt Müller abschließend.

zuletzt bearbeitet: 29.12.2003 nach oben

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