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Was fehlt dem Typ-2-Diabetiker wirklich?

Pressemitteilung: Novo Nordisk Pharma GmbH

"Fastentest" zeigt: Verzögerungsinsulin am Tag meist überflüssig - Auf die Blutzuckerspitzen nach dem Essen kommt es an

Braucht ein Typ-2-Diabetiker tagsüber überhaupt ein lang wirksames Insulin? "In der Regel nicht", erklärte der Diabetologe Dr. Rainer Lundershausen (Saalfeld) kürzlich auf einer Diabetes-Veranstaltung in Wiesbaden. Der Grund: Typ-2-Diabetiker produzieren normalerweise noch genug eigenes Insulin, um den Grundbedarf an Insulin über den Tag abzudecken. Viel wichtiger ist es dagegen, die Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu kappen. Das ist gerade für Typ-2-Diabetiker entscheidend, weil bei ihnen die erste, schnelle Phase der Insulinausschüttung gestört ist und der Blutzucker nach einer Mahlzeit unverhältnismäßig hoch ansteigt.

Für die Praxis heißt das: Um die Blutzuckerspitzen zu reduzieren, können moderne Insulinanaloga, wie zum Beispiel Insulin Aspart, eingesetzt werden - sie wirken sehr schnell und imitieren so die natürliche Insulinreaktion des Gesunden besonders gut. Damit kann der Insulinbedarf über den Tag komplett abgedeckt werden. Ein Verzögerungsinsulin ausschließlich zur Nacht, um den Nüchternblutzucker am Morgen zu kontrollieren, ist deshalb in den meisten Fällen völlig ausreichend.

Entweder zweimal täglich ein humanes Mischinsulin spritzen oder Verzögerungsinsulin in Kombination mit Tabletten - das sind die Insulintherapien, die häufig bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt werden. Doch braucht der Typ-2-Diabetiker tatsächlich tagsüber ein Verzögerungsinsulin? Diese Frage lässt sich ganz einfach an nur einem Vormittag beantworten, und zwar mit dem sogenannten "Fastentest", der ambulant durchgeführt werden kann. Er gibt Aufschluss darüber, welche Insulinmenge noch vom Körper selbst produziert wird. Diese Information ist für den Arzt wichtig, um für jeden Patienten die passende Therapie mit dem passenden Insulin auszuwählen.

Typ-2-Diabetes: Verzögerungsinsulin am Tag meist überflüssig

Bleiben die Blutzuckerwerte im Rahmen dieses Fastentests stabil, kann man davon ausgehen, dass der Körper noch genug eigenes Insulin produziert, um den Grundbedarf über den Tag abzudecken. "Das ist bei über 90 Prozent aller Typ-2-Diabetiker der Fall", wie Dr. Lundershausen in Wiesbaden erklärte.

"Bei diesen Patienten kann der Insulinbedarf am Tag sehr gut mit kurz und schnell wirksamen Insulinanalogon, wie zum Beispiel Insulin Aspart, vollständig abgedeckt werden." Das heißt: Ein Verzögerungsinsulin am Tag ist bei den meisten Patienten überflüssig. In der Regel reicht es aus, abends ein lang wirksames Insulin zu spritzen, um hohe Blutzuckerwerte in den frühen Morgenstunden zu vermeiden. Oft erhöht die morgendliche Gabe eines Verzögerungsinsulin das Risiko von Unterzuckerungen und fördert darüber hinaus noch die Gewichtszunahme. Letzteres ist besonders für übergewichtige Typ-2-Diabetiker problematisch.

Fazit: Mit dem "Fastentest" lässt sich ambulant einfach und kostengünstig feststellen, was dem Typ-2-Diabetiker wirklich fehlt. Jeder Patient erhält somit genau die Insulintherapie, die auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

zuletzt bearbeitet: 03.12.2003 nach oben

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