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Ulla Schmidt: Akteure im Gesundheitswesen sollten sich schon jetzt auf Neuerungen einstellen

Bundesgesundheitsminister fordert Experten zur Mitwirkung an der Gesunheitsreform auf

"Mit der Gesundheitsreform werden die entscheidenden Weichen für eine umfassende strukturelle Erneuerung im Gesundheitswesen gestellt. Alle Akteure sollten sich schon jetzt auf die Neuerungen einstellen", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt anlässlich der Fachveranstaltung "Die Gesundheitsreform - Ansätze für eine nachhaltige Neustrukturierung" vor Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitswesen. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel "Gesundheit geht vor".

Ulla Schmidt verwies in ihrer Eröffnungsrede auf die Chancen für eine neue Qualität im Gesundheitswesen. Sie forderte das anwesende Fachpublikum auf, als Modernisierer und Multiplikatoren an der Umsetzung der Reform mitzuwirken.

Die vier Fachreferenten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesen erläuterten aus ihrer Sicht die zentralen Bausteine der Reform und unterstrichen deren Bedeutung als wichtige Elemente für eine nachhaltige Struktur des Gesundheitssystems.

Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK Bundesverbandes, hob in seinem Beitrag die Wichtigkeit eines Qualitätswettbewerbs zwischen den Anbietern hervor: "Die gesetzlichen Krankenkassen sind jedoch bereit, die im Gesetz enthaltenen Ansätze für mehr Vertragswettbewerb zwischen den Krankenkassen und Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern zum Wohle der Patienten und Versicherten zu nutzen."

Dr. Leonhard Hansen, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, verwies auf die Optimierungsmöglichkeiten in der hausärztlichen Versorgung: "Grundsätzlich besteht bei den Vertragsärzten die Bereitschaft zur verstärkten Strukturierung der Versorgung und zur verstärkten Kooperation innerhalb und zwischen den Sektoren".

"Gute Medizin muss nicht unbedingt teuer sein", darauf wies Prof. Heinz Lohmann, Vorstandssprecher der LBK Hamburg, in seinem Vortrag deutlich hin. Die Umgestaltung des ärztlichen Vergütungssystems im Rahmen der Reform stellt seiner Ansicht nach einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar. "Nur wenn es gelingt, gute Medizin für alle bezahlbar auch künftig zu gestalten, wird der Anspruch einer Humangesellschaft durch eine moderne Gesundheitswirtschaft realisiert werden", so Lohmann.

Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen zeigte sich in seinem Beitrag optimistisch, dass mit der Gesundheitsreform die Arzneimittelversorgung auf dem richtigen Weg zu mehr Qualität und Effizienz ist. Laut Prof. Dr. Glaeske wird die Nutzenbewertung zu mehr Transparenz im unübersichtlichen Arzneimittelmarkt führen und zu einer Differenzierung der wirklichen Innovationen beitragen.

Im Anschluss an die Vorträge stellten sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und die Fachreferenten den Fragen aus dem Publikum.

In der Veranstaltungsreihe "Gesundheit geht vor" sollen Gesichtspunkten wie Qualität, Effizienz und Mitsprache näher beleuchtet werden. Zu diesem Zweck werden Experten aus dem Gesundheitswesen zusammengeführt. Die nächsten Termine sind am 28. Oktober 2003 in Dresden zum Thema Qualität sowie am 2. Dezember 2003 in Hamburg zum Bereich Effizienz.

Informationen rund um die Gesundheitsreform erhalten Interessierte beim Bürgertelefon von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 20 Uhr zum Nulltarif unter 0800-1515159. Unter www.die-gesundheitsreform.de stehen umfangreiche Informationen im Internet. Dort kann auch ein E-Mail-Newsletter zur Gesundheitsreform abonniert werden.

zuletzt bearbeitet: 17.09.2003 nach oben

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