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Zum Tod von Klaus Fehrmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes

Ein Streben nach Harmonie und Ausgleich

Dr. Klaus Fehrmann. Am 11. Juli 2003 verstarb nach längerer Krankheit der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes, Dr. oec. Klaus Fehrmann. Er hinterlässt eine schmerzliche Lücke.

Klaus Fehrmann lenkte als Bundesvorsitzender seit Mai 1997 bis zu seinem Tod die Geschicke des Deutschen Diabetiker Bundes. Engagiert und für sich selbst bescheiden übte er sein verantwortungsvolles Amt aus. Immer bemühte er sich um Harmonie und Ausgleich im gemeinsamen Wirken des Bundesvorstandes, der Landesverbände und aller gesellschaftlichen Kräfte, die sich um das Wohl der Betroffenen mühen und sorgen.

Zu seinen großen Verdiensten zählt, in die Zusammenarbeit mit und zwischen den Landesverbänden sachliche Ruhe eingebracht zu haben, die der Entwicklung des Verbandes förderlich war. Allein die Mitgliederzahl hat sich unter seiner Ägide fast verdoppelt. Auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen wurde unter seinem Einfluss vertieft, insbesondere mit den Dachverbänden Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte (BAGH) und Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV), der Deutschen Diabetes-Union (DDU), sowie mit der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die inzwischen als Fachbeirat des Deutschen Diabetiker Bundes fungiert.

Sein Wirken richtete sich darüber hinaus auf Kooperationen mit den Apothekerverbänden (DAV, ABDA) und vielen Arbeitskreisen und -gemeinschaften im und außerhalb des Deutschen Diabetiker Bundes. Der persönliche Einsatz von Dr. Klaus Fehrmann spiegelte sich wider bei der Deutschen Ärztekammer (gesundheitsziele.de) ebenso wie in seinem Ringen um die Erhaltung und flächendeckende Ausdehnung der diabetologischen Schwerpunktpraxen.

Ausdruck seines Bestrebens, mit allen diabetologisch tätigen Institutionen und Gesellschaften konstruktiv zusammen zu arbeiten, ist u.a. auch die Vereinbarung mit dem Verband der DiabetesBeratungs- und -schulungsberufe (VDBD).

Klaus Fehrmann war seit 1988 Diabetiker und wurde 1989 insulinpflichtig. Seine eigene Betroffenheit führte ihn aus der zunächst lokalen Ebene in Plauen bald schon in den Deutschen Diabetiker Bund, Landesverband Sachsen. Die Wahl zum Bundesvorsitzenden des Deutschen Diabetiker Bundes und zum Vizepräsidenten der Deutschen Diabetes-Union (DDU) war ihm Verpflichtung, großräumiger für die Interessen der Diabetiker aktiv zu werden.

Besonders im Jahr 2002 trat er bei der Erarbeitung der Disease-Management-Programme unbeirrbar für die Rechte der Betroffenen ein und stärkte in diesem Zusammenhang die Stellung der Patientenorganisation in der Gesundheitspolitik. Seither ist der Deutsche Diabetiker Bund die einzige Diabetes-Selbsthilfeorganisation, die zu Gesetzesvorhaben angehört und um Stellungnahmen und Mitarbeit in vielen verschiedenen Arbeitsgremien gebeten wird.

Noch Mitte Februar 2003 konnte die "Arbeitsgruppe 4 - gesundheitsziele.de" (Forum Gesundheitsziele Deutschland), in der er aktiv mitarbeitete, der Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung den Abschlussbericht überreichen. Es spricht für den Menschen Klaus Fehrmann, dass er in der ganzen Zeit als Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes seine Selbsthilfegruppe Plauen nie aus den Augen verlor und ihr im Herzen verbunden blieb

Das Engagement Klaus Fehrmanns galt allen Menschen mit Diabetes. So gilt denn auch sein Vermächtnis allen Diabetikern. Für den Bundesverband der größten Selbsthilfeorganisation für Diabetes lebt Klaus Fehrmann weiter in dem Bemühen, das fortzusetzen, was er begonnen hat. Wir wollen ein quantitativ noch stärkerer Verband werden und qualitativ das gesundheitspolitisch-diabetologische Gewissen verkörpern, an dem Entscheidungsträger nicht vorbei kommen.

Dafür hat Klaus Fehrmann viele Jahre gelebt und gearbeitet; dafür danken wir ihm. So lebt er an unserer Seite weiter.

Bildunterschrift: Dr. Klaus Fehrmann
Bildquelle: Deutscher Diabetiker Bund (DDB)

zuletzt bearbeitet: 15.07.2003 nach oben

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