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DMP Diabetes in Nordrhein startet am 1. Juli

Pressemitteilung: Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, AOK Rheinland, BKK Landesverband Nordrhein-Westfalen, IKK Nordrhein, Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V. (VdAK), AEV-Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V., Landwirtschaftliche Krankenkasse NRW und Bundesknappschaft

Die Versorgung innerhalb des DMP Diabetes orientiert sich an Leitlinien

Das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes in Nordrhein startet am 1. Juli. Von diesem Termin an können sich Patienten in das DMP einschreiben, die unter Diabetes mellitus Typ 2 ("Altersdiabetes") leiden. Einschreibeformulare halten die an dem DMP teilnehmenden Hausärzte bereit. Den DMP-Vertrag hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) mit allen Krankenkassen im Rheinland geschlossen. Es können also alle gesetzlich krankenversicherten Diabetikerinnen und Diabetiker teilnehmen.

Nachdem im März 2003 in Nordrhein das bundesweit erste DMP Brustkrebs startete, ist das DMP Diabetes das zweite strukturierte Behandlungsprogramm für chronisch Kranke in Nordrhein. Es liegt dem Bundesversicherungsamt (BVA) zur Akkreditierung vor; die Zustimmung des BVA erwarten die Vertragspartner in Kürze.

Mit dem DMP Diabetes soll die hohe Behandlungsqualität von Typ-2-Diabetikern sichergestellt werden. "Wir begrüßen das Programm", sagt Martin Hadder, Landesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes. Da die Teilnahme am DMP für Ärzte und Patienten freiwillig ist, seien noch erhebliche Anstrengungen nötig, um hohe Teilnehmerzahlen zu erreichen. Das DMP ersetzt den seit fünf Jahren geltenden Strukturvertrag. An diesem Vertrag nehmen derzeit rund 200.000 Diabetiker teil, etwa die Hälfte aller Diabetiker in Nordrhein.

Mit dem Strukturvertrag konnten beachtliche Therapieerfolge erreicht werden. "Die guten Erfahrungen, die wir im Strukturvertrag gemacht haben, wurden in das DMP Diabetes eingebracht", betont Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KVNo. Am Strukturvertrag nehmen gut 1.500 diabetologisch geschulte Hausärzte teil. "Ich gehe davon aus, dass die Zahl der am DMP beteiligten Ärzte in Kürze deutlich darüber liegen wird", so Hansen.

Die Mediziner müssen festgelegte Qualifikationen gegenüber der KVNo nachweisen. Nur dann dürfen sie als "koordinierende Ärzte" am DMP teilnehmen. Sie sind zudem verpflichtet, regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen.

Die Versorgung innerhalb des DMP Diabetes orientiert sich an Leitlinien. Vorgesehen ist die aktive Teilnahme und das Prinzip der Eigenverantwortung der Patienten. So finden Schulungen statt, in denen die Patienten unter anderem in die Lage versetzt werden, ihren sich ändernden Stoffwechsel zu kontrollieren. "Die Schulungen erhöhen die Lebensqualität der Patienten", sagt Hadder. Darüber hinaus vereinbaren Arzt und Patient individuelle Therapieziele.

Regelungen wurden auch für die Versorgung von Typ-1-Diabetikern sowie von Gestations-Diabetikerinnen (in der Schwangerschaft auftretender Diabetes mellitus) getroffen. Die KVNo und die Krankenkassen im Rheinland haben hierzu Strukturverträge geschlossen, die eine hohe Versorgungsqualität garantieren. Diese sehen vor, dass Gestations-Diabetikerinnen und stark unter Diabetes Typ 1 leidende Patienten grundsätzlich in diabetologischen Schwerpunktpraxen betreut werden. Die Schwerpunktpraxen behandeln zudem die Diabetiker Typ 2, wenn Komplikationen auftreten.

Die Krankenkassen begleiten das DMP Diabetes durch Angebote zur Ernährungsberatung und Informationen über Selbsthilfeeinrichtungen. Diabetiker, die einen DMP-Arzt suchen, können sich an den Patienteninformationsdienst der KVNo, Tel.: 0800-6224488 (gebührenfreie Service-Hotline), E-Mail: patienteninformationsdienst@kvno.de oder an die Servicestellen ihrer Krankenkassen wenden.

zuletzt bearbeitet: 30.06.2003 nach oben

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