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Gesundheitspolitik unglaubwürdig!

Positivliste: Diabetes-Patienten werden teurer oder nicht versorgt

Tritt die aktuelle Arzneimittel-Positivliste in Kraft, müssen 180.000 Diabetiker auf teurere Behandlungen umgestellt werden. Diabetiker mit einer Neuropathie (Nervenschädigung) werden bei der medikamentösen Behandlung im Regen stehen gelassen. Das ist inkonsequent und inakzeptabel für eine Gesundheitspolitik, die Kosten sparen und die Lebens- und Behandlungsqualität verbessern will, so Graf zu Dohna (Bundesgeschäftsführer des Deutschen Diabetiker Bundes/DDB).

Zurzeit werden ca. 180.000 Diabetiker mit Acarbose effektiv behandelt. Mit der Streichung aus der Positivliste stehen für eine wirkungsgleiche Behandlung nur kostenintensivere Wirkstoffe oder teures Insulin zur Alternative. Aus der Sicht des DDB ebenso unverständlich: das Fehlen der Wirkstoffe Alpha-Liponsäure oder Benfotamin, wodurch für Diabetiker die medikamentöse Behandlung der Neuropathie praktisch entfällt.

Ist es nicht bezeichnend für die Gesundheitspolitik, wenn das Gesundheitsministerium erklärt "... Die Arzneimittel-Positivliste berücksichtigt Arzneimittel, die am Stichtag 10. Dezember 2002 zugelassen oder genehmigt und in Verkehr waren ..." und dennoch die schon seit Jahren auf dem Markt zugelassenen o. g. Wirkstoffe nicht mehr in der aktuellen Positivliste als verordnungsfähig aufnimmt? Der DDB steht mit dieser Meinung nicht allein: Sowohl Diabetiker, Ärzte, Juristen als auch Politiker stehen der Positivliste zunehmend kritisch gegenüber.

zuletzt bearbeitet: 22.04.2003 nach oben

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