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Wir stellen uns der "Herausforderung Diabetes"

Erklärung: Horst Schmidbauer (SPD) zum Weltgesundheitstag

AG Gesundheit und Soziale Sicherung

Zum Weltdiabetestag am 14. November 2002 erklärt der stellvertretende gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Horst Schmidbauer:

Mehr Prävention und eine qualitätsorientierte medizinische Versorgung. Das sind unsere wichtigsten Ziele im Kampf gegen den Diabetes mellitus. In Deutschland sind sechs Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Darüber hinaus gibt es eine geschätzte Dunkelziffer von mehreren Millionen unerkannter Fälle. Die Weichen für eine wirksame Bekämpfung dieser Volkskrankheit und ihrer Folgeschäden haben wir in der letzten Legislaturperiode gestellt, indem wir den Sieg über den Diabetes zum Gesundheitsziel erklärt haben - zum ersten Gesundheitsziel in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland überhaupt. Damit hat - nach der St. Vincent-Deklaration von 1989 und dem Politikwechsel von 1998 - der Diabetes mellitus in der deutschen Gesundheitspolitik endlich den Stellenwert, der ihm zusteht.

Es gilt, Folgeschäden des Diabetes wie Erblindungen und Amputationen zu verhindern, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Den wichtigsten Schritt sind wir dabei mit der Einführung der Disease-Management-Programme (DMP) für Diabetiker gegangen. Diese Chronikerprogramme werden flächendeckend zu einer qualitätsgesicherten Regelversorgung führen.

Die DMP beruhen auf evidenzbasierten einheitlichen Versorgungsstandards. Nur diese gewährleisten Transparenz, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung. Ausschlaggebendes Kriterium für die Aufnahme von Therapieverfahren und Medikamenten in die DMP ist damit deren wissenschaftlich und praktisch nachgewiesener Nutzen für die Kranken.

Dieses Kriterium sorgt dafür, dass echte Arzneimittel-Innovationen und neue Therapieverfahren mit guter Kosten-Nutzen-Relation schnell in die Regelversorgung integriert werden können. Diabetiker erhalten so die bestmögliche Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

DMP unterstützen Ärzte und Patienten durch Fortbildung und Schulung. Sie machen sie zu sachkundigen Partnern, die gemeinsam eine maßgeschneiderte Therapie erarbeiten, die auf Krankheitsgeschichte und Bedürfnisse des Patienten optimal abgestimmt ist. Die Therapiefreiheit des Arztes wird davon nicht berührt. Entscheiden sich Arzt und Patient für eine von den Empfehlungen abweichende Behandlung, muss der Arzt dies stichhaltig begründen.

Durch die DMP bekommen die Ärzte die Möglichkeit, Qualität und Erfolg ihrer Arbeit immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern.

Dies hat auch die Ärzteschaft inzwischen erkannt. Nachdem ihr Wahlkampfgetöse wirkungslos verhallt ist, hat sie grünes Licht für die DMP gegeben.

Die Grundlagen für eine bessere Qualität in der Diabetesversorgung sind geschaffen. Alle Beteiligten müssen jetzt verantwortungsbewusst und konstruktiv damit umgehen. Sie dürfen ihre Differenzen nicht auf dem Rücken der Patienten austragen.

SPD-Fraktion und Bundesregierung nehmen das ernst und gehen mit gutem Beispiel voran: Im Beitragssicherungsgesetz sind die DMP von den Sparmaßnahmen ausgenommen.

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zuletzt bearbeitet: 12.11.2002 nach oben

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