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Sinkender Fleischkonsum bedeutet unzureichende Zinkversorgung

Die Zahl der Vegetarier und "Fleischreduzierer" wächst

Die Deutschen essen immer weniger Fleisch, berichtete der Vegetarierbund aus Anlass des Weltvegetariertages und dies kann zu einer Zinkunterversorgung führen, erklärt heute Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Von 1988 bis 2001 ist der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland um rund 10 Kilogramm auf knapp 60 Kilogramm jährlich gesunken. Damit hat sich die Zinkzufuhr um täglich fast 1,2 Milligramm reduziert und die ohnehin nur suboptimale Versorgung entwickelt sich weiter in Richtung Zinkmangel.

Gleichzeitig hat der Konsum pflanzlicher Lebensmittel bei bestimmten Personengruppen zugenommen. Die Zinkaufnahme aus pflanzlicher Kost ist jedoch durch darin vorkommende Substanzen, beispielsweise Phytinsäure, reduziert. Insgesamt steuert Deutschland auf eine Zinkversorgung zu, die deutlich unterhalb der Empfehlung von durchschnittlich 15 Milligramm Zink täglich liegt.

Zinkreiche Lebensmittel mit guter Zinkbioverfügbarkeit

Vor allem Vegetarier und hier besonders die Veganer sind durch Zinkmangel gefährdet. Während 1983 nur 0,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Vegetarier waren, sind es heute acht Prozent, so Müller. Dazu kommt die hohe Zahl der "Fleischreduzierer". Der geringe Fleischkonsum hat negative Folgen für die Zinkversorgung, da in Fleisch reichlich Zink in Kombination mit der Aminosäure Histidin vorkommt.

Die lebensnotwendige Bedeutung von Zink beschrieb Raulin erstmals im Jahre 1869.[*] Es ist für verschiedene biologische Vorgänge im Organismus unentbehrlich. Zink ist das häufigste in den Zellen vorkommende Element, es ist neben Eisen mengenmäßig das zweithäufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Es befindet sich in allen Geweben des Körpers.

Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener hat insgesamt 2 bis 3 Gramm Zink im Körper, davon befinden sich etwa 10 Prozent in der Leber. Daneben ist es vor allem in Haaren, Knochen, Ovarien, Hoden, Prostata und dem Pankreasgewebe in hohen Konzentrationen enthalten. Zink ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymsystemen und damit an einer Vielzahl elementarer Stoffwechselreaktionen beteiligt. Ohne Zink ist beispielsweise ein Aufbau der Erbinformationen oder ein Aufbau von Eiweißen im menschlichen Organismus unmöglich.

Die Symptome eines Zinkmangels sind unspezifisch. Häufig kommt es zu Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchigen Fingernägeln, Infektionskrankheiten (insbesondere grippale Infektionen), zerebraler Dysfunktion und Potenzstörungen. Auch die Insulinbildung sowie Blutzuckerregulation ist bei bestehendem Zinkmangel gestört.

Beim Vorliegen einer unzureichenden Zinkzufuhr sollten Betroffene ihre Ernährung umstellen oder 15 bis 30 Milligramm Zink täglich in Form von Kapseln einnehmen. Studien zeigen, dass organische Zinkverbindungen wie Zinkhistidin für den Körper deutlich besser verfügbar sind als anorganische Zinkverbindungen wie Zinkoxid oder Zinksulfat, betont Müller abschließend.

Literatur: Prasad AS, Medline F. The role of zinc in gastrointestinal and liver disease. Clin Gastroenterol 1983; 12(3):713-741.

zuletzt bearbeitet: 08.11.2002 nach oben

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