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Vorsicht bei Trinkgelagen!

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Experten: Alkohol steigert die Gefahr von Unterzuckerungen

Alkoholgenuss kann bei Diabetikern zu gefährlichen Unterzuckerungen führen. Darauf weisen Experten des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts (DDFI) mit Blick auf die anstehenden Silvesterfeiern hin.

Zwar wüssten die meisten Patienten von der Gefahr und richteten sich nach der allgemeinen Empfehlung, zum Essen nicht mehr als ein Glas Wein oder einen halben Liter Bier zu trinken und dabei keinesfalls auf Kohlenhydrate zu verzichten. Trotzdem ließen sich noch immer 20 Prozent der schweren Hypoglykämien auf Alkoholgenuss zurückführen.

Das liegt nach Darstellung des DDFI vor allem an der stark verzögerten Wirkung des Alkohols, die dazu führt, dass es selbst nach Stunden noch zu Unterzuckerungen kommen kann. Zum Beleg ziehen die Forscher eine im November 2001 veröffentlichte Studie heran:

Sechs Diabetiker tranken jeweils zwei Stunden nach dem Abendessen entweder einen halben Liter Wasser oder einen halben Liter Weißwein. Durch anschließende Insulingaben wurde der Blutzucker in der Nacht konstant gehalten. Am Morgen darauf injizierten die Patienten ihre gewohnte Insulindosis zum Frühstück, der Blutzucker wurde bis zum Mittag weiter beobachtet. Das Ergebnis der Studie: Wenn die Probanten am Vorabend Wein getrunken hatten, lag ihr Blutzuckerwert um 70 Prozent niedriger als an den Tagen, an denen sie zuvor Wasser bekommen hatten. Diese Tendenz verstärkte sich bei einigen Diabetikern noch in den Stunden nach dem Frühstück - einige von ihnen rutschten in eine Unterzuckerung.

Aus diesem Grund empfiehlt das DDFI zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: Am Morgen nach dem Alkoholgenuss sollte entweder die Insulindosis verringert oder entsprechend mehr Kohlenhydrate gegessen werden. Möglicherweise sei es auch angebracht, noch am Abend die Insulin-Basalrate zu reduzieren. Grundsätzlich gilt: Nicht nur, aber vor allem auch, Diabetiker sollten Alkoholexzesse vermeiden, damit es am Morgen danach kein böses Erwachen gibt.

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Autor: tj ; zuletzt bearbeitet: 26.12.2001 nach oben

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