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Flugverbot für Diabetiker?

Pressemitteilung: Diabetes-Portal DiabSite

Neue Sicherheitsbestimmungen verlangen besondere Vorkehrungen

Nach den verheerenden Terroranschlägen in New York und Washington sind die Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen weltweit drastisch verschärft worden. Das Bodenpersonal ist angehalten, ausnahmslos alle Passagiere auf das Penibelste zu überprüfen. Kein Gepäckstück soll mehr unbeaufsichtigt in ein Flugzeug gelangen. Gleichzeitig wurden alle spitzen, potenziell gefährlichen Gegenstände von Bord verbannt. Selbst Nagelfeilen und -scheren dürfen nicht mehr im Handgepäck mitgeführt werden.

Gerade für Diabetiker könnten diese verschärften Bestimmungen zum Problem werden. Sie können auf Spritzen und Blutzuckermessgeräte im Flugzeug nicht verzichten. Einerseits ist es gerade auf Flugreisen wichtig, gut "eingestellt" zu sein. Andererseits hält das für viele Diabetiker lebenswichtige Insulin den extrem niedrigen Temperaturen im Frachtraum nicht stand.

Airlines versichern: Keine Einschränkungen

Müssen Diabetiker also in Zukunft auf Flugreisen verzichten? Nein, versichern die Fluggesellschaften. DiabSite hat die wichtigsten Airlines in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Antwort ist eindeutig: Keine Einschränkungen für Menschen mit Diabetes!

Trotzdem gibt es Auflagen, die Diabetiker künftig beachten sollten, um beim Check-In keine unangenehmen Überraschungen zu erleben: "Der Passagier, der Nadeln und andere medizinische Geräte mitführen will, sollte das zu spritzende Medikament auf Verlangen vorzeigen bzw. ein ärztliches Attest mitführen.", sagt der Leiter des Medizinischen Dienstes bei Lufthansa auf Anfrage von DiabSite. Auch die anderen Fluggesellschaften (Air Berlin, Eurowings, Crossair, Austrian Airlines) verlangen, dass der Passagier seinen Diabetes nachweist - sei es mit einem ärztlichen Attest oder mit einem Diabetiker-Pass. Die entsprechenden Ausweise sollten bei der Sicherheitskontrolle vorgelegt werden.

Sonderfall Austrian Airlines

Etwas strenger geht es auf den Flügen der österreichischen Austrian Airlines zu: "Selbstverständlich können Diabetiker Insulinspritzen und Blutzuckermessgeräte auf den Flügen mitnehmen.", versichert eine Kundenbetreuerin. "Jedoch sollten diese angemeldet werden und müssen bei den Flugbegleitern an Bord hinterlegt werden. Bei Bedarf erhält der Passagier die Spritzen und die Geräte für die notwendigen Anwendungen."

Egal mit welcher Airline Diabetiker fliegen, grundsätzlich gilt: Etwas früher am Flughafen sein als bisher und das Bodenpersonal informieren, um Problemen beim Check-In vorzubeugen. Lufthansa empfiehlt seinen Kunden, vor Beginn der Reise die Reservierungszentrale anzurufen (Tel.: 01803-803803) und die Mitnahme von Insulinspritzen und Messgeräten anzumelden.

Andere Regeln in den USA

Bei Flügen innerhalb der USA gelten nach Angaben der American Diabetes Association (ADA) andere Bestimmungen. Danach akzeptieren die US-Sicherheitsbehörden weder ärztliche Atteste noch Kopien von Rezepten diabetesrelevanter Medikamente. Vielmehr sollten Passagiere darauf achten, alle Arzneimittel und Geräte in der Originalverpackung mitzuführen. Inhalt und Verwendungszweck müssen vom Hersteller aufgedruckt und als medizinische Produkte ausgewiesen sein. Lanzetten für Blutzuckermessgeräte dürfen nur mitgenommen werden, wenn sie mit einer Schutzkappe versehen sind und nur, wenn sich auch das Testgerät selbst, mit aufgedrucktem Produktnamen, im Gepäck befindet.

Autor: tj ; zuletzt bearbeitet: 30.10.2001 nach oben

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