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Im Vordergrund: Die bessere Versorgung chronisch kranker Menschen

Zur Vorstellung der Disease-Management-Programme der Ersatzkassen erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt:

"Unabhängig von ihrer Bedeutung für das Gesundheitswesen müssen sich alle Akteure dem unterordnen, was die beste Versorgung der Patientinnen und Patienten ist. Seit Regierungsantritt arbeiten wir an der Umsteuerung des Systems der gesetzlichen Krankenversicherung, damit die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt stehen und Qualität und Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Dem dienen die Gesundheitsreform 2000 und unsere bereits verabschiedeten Gesetze sowie die Gesetzesinitiativen, die noch in der parlamentarischen Beratung sind.

Umsteuerung in Stufen

Zur gezielten Umsteuerung in Richtung Qualität und Wirtschaftlichkeit gehört die Neuorientierung des Wettbewerbs innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen. Dieser Wettbewerb weist bisher Defizite auf und hat einige Verwerfungen mit sich gebracht. Wir wollen, dass der Krankheitszustand der Patientinnen und Patienten und die damit verbundenen Kosten stärker als bisher bei den Ausgleichszahlungen berücksichtigt werden.

Dies ist nicht von heute auf morgen zu erreichen. Deshalb ist ein Stufenplan notwendig, der zu diesem Ziel führt. Dazu gehört die Einführung von Disease-Management-Programmen, also Qualitätsprogrammen zur gezielten Behandlung von Krankheiten und ihrer Berücksichtigung im Finanzausgleich der gesetzlichen Krankenkassen. Mit diesen strukturierten Behandlungsprogrammen verbessert sich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, Folgeschäden können verhindert oder verzögert werden. Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen brauchen eine gute und abgestimmte Behandlung.

Mit diesen Programmen schaffen wir die Verbindung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dies dient der Gesundheit und der Beitragssatzstabilität in der gesetzlichen Krankenversicherung. Durch die Verknüpfung mit dem Risikostrukturausgleich führen die Disease-Management-Programme bereits kurzfristig zu einer finanziellen Entlastung der Krankenkassen, zu deren Versicherten viele chronisch Kranke Menschen gehören.

Disease Management ist integrierte Versorgung

Die Disease-Management-Programme sind verknüpft mit dem Ziel die Hausärztin und den Hausarzt als Lotsen des Gesundheitswesens zu stärken und verbindliche Gesundheitsziele für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland zu definieren.

Die chronischen Krankheiten und ihre Behandlung machen ca. 80 % der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Deshalb ist es von unmittelbarem Nutzen für die chronisch kranken Menschen und dient darüber hinaus der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung.

Die Verbindung zum Hausarzt ergibt sich, weil Disease-Management verbindliche und aufeinander abgestimmte Behandlungs- und Betreuungsprozesse über Krankheitsverläufe und institutionelle Grenzen hinweg erfordert. Dies kann am besten der Hausarzt oder die Hausärztin leisten.

Disease-Management-Programme müssen aufgrund der medizinischen Evidenz festgelegt werden und selbstverständlich müssen diese Programme qualitätsgesichert sein sowie kontrolliert und evaluiert werden. Jedes Disease-Management-Programm muss durch das Bundesversicherungsamt eine Akkreditierung erhalten, also qualitätsgeprüft werden.

Die Teilnahme an Disease-Management-Programmen ist für die Versicherten freiwillig. Es darf kein Zwang auf die Patientinnen und Patienten ausgeübt werden, sich in diese Programme einzuschreiben. Die Menschen werden aber davon profitieren, indem sich ihre gesundheitliche Versorgung und damit auch ihre Lebensqualität verbessert. Insofern kann von breiter Zustimmung ausgegangen werden.

Durch den sektorübergreifenden Ansatz dieser Programme werden überflüssige Doppeluntersuchungen und -behandlungen vermieden. Auch Spätschäden wie etwa der Amputation bei Diabetikern, die leider noch viel zu häufig notwendig werden, kann durch die Teilnahme an einem Disease-Management-Programm vorgebeugt werden."

zuletzt bearbeitet: 17.10.2001 nach oben

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