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Diabetes mellitus: Eine tödliche Krankheit!

Patienten und Ärzte dürfen insbesondere Diabetes mellitus Typ 2 nicht länger als "Altersdiabetes" verharmlosen!

Wer die Ernährungsberatung stärker nutzt, profitiert!

Diabetes mellitus ist eine tödliche Krankheit, die immer mehr Menschen bereits in jungen Jahren betrifft, berichtet heute Katrin Raschke, Ernährungswissenschaftlerin vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen. Das trifft insbesondere auf den oft als "Altersdiabetes" verharmlosten Typ-2-Diabetes zu, betont DIET-Diabetesberater Sven-David Müller.

Diabetes mellitus geht häufig mit Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten einher, was die Bildung von Arteriosklerose begünstigt. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nervenschädigungen, Nierenversagen, Augenschäden bis zur Erblindung sind die Folge.

Diabetesbedingte Folgen Fälle pro Jahr
Herzinfarkte gesamt 190.000
Herzinfarkte, tödliche 27.000
Schlaganfälle, tödliche 44.400
Dialysefälle 8.300
Erblindungen 6.000
Fußamputationen 279.000

Allein in Deutschland leben fünf Millionen Diabetiker - Tendenz steigend. 95 Prozent davon sind Typ-2-Diabetiker, so Raschke. Viel zu oft bezeichnen Patienten und Mediziner diesen Diabetestyp verharmlosend als Altersdiabetes, da er sich meist bei Personen ab dem sechzigsten Lebensjahr entwickelt. Heute tritt Diabetes mellitus Typ 2 immer öfter schon bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Hervorgerufen wird dies durch die steigende Zahl der übergewichtigen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Übergewicht ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Bereits 60 Prozent der Deutschen sind schon zu schwer, und damit auch Diabetes-gefährdet. Heute ist bereits jedes dritte Mädchen und jeder vierte Junge schon bei der Einschulung übergewichtig, so Raschke. Übergewicht im Kindesalter ist also kaum als "Babyspeck" zu verharmlosen, sondern ist ein ernstzunehmendes Risiko für schwere Folgeerkrankungen.

"Altersdiabetes" darf nicht als eine unvermeidliche Begleiterscheinung des Älterwerdens betrachtet werden. Diabetes Typ 2 entsteht in der Regel bei Übergewicht und lässt sich daher mit Bewegung und einer gesunden, fettarmen Ernährung vermeiden, betont Raschke. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Fehlernährung ist damit zu rechnen, dass die Häufigkeit des Diabetes mellitus in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird. Für das Jahr 2010 ist eine Zahl von über 9 Millionen Diabetikern in Deutschland zu erwarten - das sind 40 Prozent mehr als zurzeit.

Die Diabetes-Experten des DIET fordern daher eine stärkere Berücksichtigung der Ernährungsberatung in der Prophylaxe und Behandlung des Diabetes mellitus. Die vorbeugende Beratung ist sinnvoller, kostengünstiger und weniger belastend als eine medikamentöse Behandlung der Symptome, betont Sven-David Müller. Fragen zur gesunden Gewichtsreduktion beantworten die ernährungswissenschaftlichen Berater des DIET telefonisch werktags von 14:00 bis 17:30 Uhr unter der Telefonnummer 0241-4450600.

Quellen

  • Dietmar Sailer: Diabetes mellitus, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  • Epidemiologie und Verlauf des Diabetes mellitus in Deutschland, Deutsche Diabetes Gesellschaft.

zuletzt bearbeitet: 16.10.2001 nach oben

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