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Fachzeitschrift Lancet bestätigt: Süßstoffe unterstützen die Gewichtskontrolle

Süßstoffe helfen bei der Gewichtskontrolle und im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise sowie Bewegung bei der Gewichtsreduktion

Die international renommierte Medizinfachzeitschrift "The Lancet" hat jetzt wissenschaftliche Studienergebnisse veröffentlicht, die Aussagen wie "Süßstoff macht dick" widerlegen, betont heute Sven-David Müller vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen. Im Gegenteil: Wer zu süßstoffgesüßten Light-Getränken greift, behält sein Normalgewicht, wer aber zuckergesüßte Softdrinks wählt, entwickelt häufig Übergewicht, ist der Studie zu entnehmen, erläutert Müller.

Wissenschaftler der Harvard School of Public Health haben das Ess- und Trinkverhalten von 548 Schülern über fast zwei Jahre hinweg beobachtet, um mögliche Ursachen für die bedrohlich wachsende Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in den USA zu ergründen. Sie stellten eine deutliche Beziehung zwischen dem Süßgetränkekonsum und der Gewichtsentwicklung fest: Die mit den zuckergesüßten Softdrinks aufgenommenen Kalorien wurden bei der nächsten Mahlzeit in der Regel nicht eingespart. Studienteilnehmer, die sich hingegen für kalorienfreie oder kalorienarme Getränke mit Süßstoff entschieden, kompensierten anschließend beim Essen ihr Energiedefizit im Vergleich zur "Zuckergruppe" nicht. Die Folge: Die Zucker-Verwender legten oft überdurchschnittlich viel Gewicht zu, während die Süßstoff-Verwender meist das Normalgewicht hielten.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass zwar nicht der Zucker an sich dick macht, aber die insgesamt zu hohe Energieaufnahme durch Zucker, da dieser in Getränken offensichtlich nicht sättigt. Umgekehrt ist kalorienfreier Süßstoff in Getränken kein Appetitmacher, sonst hätten die entsprechenden Konsumenten in der Untersuchung die eingesparten Kalorien beim Essen ja wieder wettgemacht. "Mit jedem Glas gezuckerter Getränke, das Kinder pro Tag trinken, steigt ihr Risiko, dick zu werden, um das 1,6fache. Im Gegensatz dazu kann der Genuss von Getränken, die mit Süßstoff gesüßt sind, nicht mit der Entwicklung von Übergewicht in Verbindung gebracht werden", ist die Schlussfolgerung der Harvard-Wissenschaftler. Übrigens: 1,6fach - das bedeutet: wer jeden Tag zuckergesüßte Getränke trinkt, hat ein um 60 Prozent höheres Risiko, Übergewicht zu entwickeln.

Verbraucher, die aus Gründen der Kalorienersparnis zur Vorbeugung oder Behandlung von Übergewicht, für die Zahngesundheit oder Diabetesdiät Süßstoff statt Zucker verwenden möchten, können also spektakuläre Unkenrufe wie "Süßstoff mästet" getrost überhören und weiterhin Vernunft mit Genuss verbinden, betont Müller. Vorausgesetzt: Süßstoff ist für sie nicht das Alibi, doppelte Portionen zu vertilgen und auch noch auf ausreichende Bewegung zu verzichten, berichtet Müller schmunzelnd. Weitere Informationen für Übergewichtige vermittelt auch der ernährungsmedizinische Beratungsdienst, der werktags von 14.00 bis 17.30 Uhr unter der Telefonnummer 0241-4450600 zu erreichen ist.

Der Originaltext der Lancet-Veröffentlichung ist im Internet abzurufen unter: www.thelancet.com.

zuletzt bearbeitet: 15.08.2001 nach oben

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