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Diabetes: Geringeres Risiko durch reduziertes Gewicht – hohes Risiko bei Übergewicht

Finnische Studie bestätigt den Erfolg der Ernährungsschulung: Patienten nehmen erfolgreich ab und bleiben länger gesund

Übergewicht und mangelnde Bewegung fördern die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2. Durch eine Gewichtsreduktion und eine angemessene Lebensführung bleiben Risikopatienten länger gesund, so heute Sven-David Müller, Diabetesberater DDG und Sprecher des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen.

Das DIET verweist auf eine Studie von Prof. Dr. med. Jaako Tuomilehto vom nationalen Gesundheitsinstitut in Helsinki. Von 522 übergewichtigen Menschen mit einem BMI von 31 (Body-Mass-Index, Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern, normal 19 bis 25, Adipositas ab 30), die eine Vorstufe des Diabetes mellitus, die Glukose-Intoleranz aufwiesen, erhielt die Hälfte eine kontinuierliche Schulung über Ernährung und gesunde Lebensführung. Der Unterricht bestand aus sieben Stunden individueller Beratung und jährlich vier Auffrischschulungen. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich ein Faltblatt mit Ernährungstipps.

Nach drei Jahren waren von der Kontrollgruppe doppelt so viele Personen an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt als aus der geschulten Gruppe. Die Ergebnisse der Studie belegen eindeutig: Gelingt es den Patienten, ihr Gewicht zu reduzieren, so ist die Prognose für eine lange Gesundheit deutlich erhöht, so Müller.

Dabei unterstützt eine entsprechende Beratung und Betreuung den Erfolg bei der Umstellung, sie motiviert zum Durchhalten und verdeutlicht immer wieder aufs Neue die Wichtigkeit der Maßnahme. Die Ernährungsfachleute vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin fordern erneut eine verstärkte Berücksichtigung der präventiven Ernährungsberatung.

Die Kosten der ernährungsabhängigen Krankheiten von 145 Milliarden Mark (Quelle: Prof. Dr. rer. nat. Rudolf Schmitz, Präsident des DIET) sollten ein ausreichendes Alarmsignal sein: Vorbeugung ist besser und preiswerter als das teure, oft wenig erfolgreiche und für die Patienten belastende Kurieren von Symptomen und Erkrankungen, so Müller.

Das DIET fordert die Mediziner auf, die Möglichkeiten der Ernährungsberatung durch Diätassistenten und Diplom Oecotrophologen auszuschöpfen und übergewichtigen Risikopatienten eine Ernährungsberatung zu verordnen. Die Unterstützung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft schürt oft die notwendige Motivation, die die Betroffenen von alleine nicht aufbringen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik verfügen lediglich Diätassistenten und Diplom Oecotrophologen über die für eine Diät- und Ernährungsberatung erforderliche Kompetenz.

zuletzt bearbeitet: 09.05.2001 nach oben

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