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Diabetes kostet 31,4 Milliarden Mark pro Jahr

Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf jährlich 9.018 Mark für jeden Typ-2-Diabetiker

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl der Diabetiker in den nächsten 25 Jahren auf weltweit 300bDieMillionen Menschen ansteigen, teilt das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen heute mit.

Dies entspricht einer Steigerung um 42 Prozent bei einer gleichzeitigen Zunahme der Erwachsenenpopulation um elf Prozent, so Sven-David Müller, Diabetesberater vom DIET. Alleine in Deutschland sind zur Zeit sechs Millionen Menschen an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, Tendenz steigend. Angesichts dieser Zahlen besteht Handlungsbedarf. Die Erkrankung belastet doch nicht nur den Betroffenen, sondern auch das Gesundheitssystem, so Müller weiter.

Diabetes mellitus Typ 2 wird aber oftmals spät erkannt und damit relativ spät mit einer Therapie begonnen, so dass Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Nieren- und Augenleiden und Nervenschädigungen unvermeidbar sind. Doch gerade die Folgeerkrankungen belasten das Gesundheitssystem. 80 Prozent der Diabetiker sind schlecht versorgt, so die Diabetes-Experten des DIET. Zwei von drei Beinamputationen und jede dritte Neuerblindung sind auf Diabetes zurückführbar.

Jede zwölfte Mark wird von den Krankenkassen für Diabetiker ausgegeben. Für die Therapie der Folgerkrankungen des Typ-2-Diabetes fallen bei den gesetzlichen Krankenkassen jährlich 20 Milliarden Mark an. Davon fallen über 50 Prozent der Kosten durch Krankenhausaufenthalte, 13 Prozent durch ärztliche Behandlung und nur sieben Prozent durch Antidiabetika an.

Alleine Patienten mit mikro- oder makrovaskuläre Veränderungen kosten die Kassen doppelt soviel wie der Durchschnittsversicherte, kommt es zu mikro- und makrovaskuläre Komplikationen steigen die Ausgaben um das Vierfache. Konkrete Aussagen zu den Kosten und Krankheitsparametern können dank der COPE-2-Studie, (Costs of Diabetes in Europe Type 2) an der über 7.000 Diabetiker teilnahmen, erstmals gemacht werden. Demnach belaufen sich die Kosten pro Typ-2-Diabetiker auf jährlich 9.018 DM. Dies entspricht einem Gesamtkostenvolumen von 31,4 Milliarden Mark pro Jahr und liegt damit weit höher als angenommen.

Nur ein Viertel der Typ-2-Diabetiker weisen eine gute Blutzuckereinstellung mit einem HbA1c (Langzeitparameter für die Blutzuckereinstellung) von unter 6,5 Prozent auf. so Müller. Allerdings weisen fast 50 Prozent der Diabetiker einen HbA1c-Wert von über 7,5 Prozent und damit eine unbefriedigende Einstellung auf. Damit haben hochgerechnet drei Millionen Diabetiker ein großes Risiko zu erblinden, dialysepflichtig zu werden oder an einem Herzinfarkt zu versterben, betont Müller.

Eine Verbesserung der Situation erhoffen sich die Fachleute von den Insulinsentizisern (Thiazolidindione), eine auch als Glitazone bezeichnete Substanzgruppe. Sie versprechen eine Reduktion die Insulinresistenz und damit die Bekämpfung der Erkrankungsursache des Typ-2-Diabetes.

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zuletzt bearbeitet: 09.01.2001 nach oben

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