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Diabetiker Bund:

"Erfolgshonorare" noch nicht umsetzbar

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB, Lüdenscheid) ist dagegen, dass Ärzte um so besser bezahlt werden, je größer der Heilungserfolg bei einzelnen Patienten ist; dies sieht ein Plan der Ersatzkassen vor, der vergangene Woche bekannt geworden ist. Dr. Klaus Fehrmann, DDB-Bundesvorsitzender, dazu: "Der Grundgedanke ist sicher richtig, aber gerade beim Diabetes heute noch nicht umsetzbar - bestimmte Ärzte würden dadurch ganz zu unrecht benachteiligt."

Bei der Diskussion um die "Erfolgshonorare", die von den Ersatzkassen geplant sind, wurden immer wieder Diabetiker als Paradebeispiel genannt: Ärzte, die bei dieser Patientengruppe medizinisch empfohlene Werte erreichen, sollen demnach mehr Geld bekommen als andere, denen das nicht gelingt.

Der SPD-Politiker Klaus Kirschner kommentiert den Plan damit, dass es den Ersatzkassen "um die Ergebnisqualität im Durchschnitt bestimmter Patientengruppen wie etwa Diabetikern" geht; denkbar sei, dass Ärzte, die bei ihren Diabetespatienten im Durchschnitt die medizinisch empfohlenen Werte erreichten, mehr Geld bekämen als Ärzte, die weniger erfolgreich seien, so der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages.

"So einfach ist es leider nicht", sagt Dr. Klaus Fehrmann von der Selbsthilfegruppe Deutscher Diabetiker Bund (DDB): "1. Die Behandlungsergebnisse bei chronisch Kranken, auch bei Diabetikern, ergeben sich aus längeren Prozessen, 2. In der integrierten Versorgung von Diabetikern sind mehrere Ärzte beteiligt, 3. Eine erhebliche Rolle spielt der Patient selbst... Das alles macht eine konkrete und eindeutige Zuordnung eines Behandlungsergebnisses auf einen Arzt nahezu unmöglich", so der DDB-Bundesvorsitzende.

Trotzdem mache es Sinn, dass sich Ärzte, die Diabetiker betreuen, an der Qualität orientieren - das sieht auch Diabetes-Experte Dr. Herbert Hillenbrand (Hirschberg, Institut für Management im Gesundheitswesen) so: "Der Grundsatz ist schon richtig, dass sich die Ärztehonorare an der Behandlungsqualität messen lassen müssen. Dabei sollte besonders bei chronisch Kranken wie Diabetikern eine an Leitlinien orientierte Behandlung in den Vordergrund gestellt werden", sagt Hillenbrand.

Eine Diabetes-Leitlinie wird Ende Mai 2000 in München vorgestellt, bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (Fachärzte-Verband); in ihr soll ein notwendiges Maß für Art, Umfang und Dauer der Therapie formuliert sein - relevant für alle Ärzte, die Diabetiker betreuen.

zuletzt bearbeitet: 05.05.2000 nach oben

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